Geburt des Neoliberalismus in Paris vor 80 Jahren, 1938.

 

Ergebnis des 4-tätigen sogenannten „Lippmann-Kolloquiums“ in Paris, 1938 ist Liberalismus im weiten Sinne. Heterogene Teilnehmer sind der progressive Lippmann, Roosevelt, Hayek, Mises, Röpke und Rüstow. Letztere forderten einen aktiven Staat der in die Wirtschaft eingreifen solle. Es wird ein für die Wirtschaftspolitische Lage und Richtung passender Begriff gesucht ohne aber Beschlüsse zu fassen darunter erneuerter, positiver, konstruktiver Liberalismus oder Individualismus. Schließlich durchgesetzt hat sich der Begriff Neoliberalismus, zunächst als Erfolgsrezept schließlich als Schimpfwort nach Bedeutungswandel.

Weltwirtschaftskrise erschüttert Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung und führte schließlich zum Aufstieg von Kommunismus, Faschismus und NS-Diktatur. Anschluss Österreichs an Deutsches Reich im 2. Wk. Es folgt die Sudetenkrise in demokratischer Tschechoslowakei.

Die neoliberale Erfolgsgeschichte beginnt zunächst mit dem westdeutschen Wirtschaftswunder ab 1948. Die Soziale Marktwirtschaft unter Erhard gilt als Befreiung von der NS-Diktatur, Abkehr von Kartellen und Zöllen aus dem alten Kaiserreich. Grundlegende Denker waren Röpke, Rüstow als Deutsche in Paris sowie Eucken und Böhm in der BRD.

Anfang der 1970er Jahre bricht Währungssystem der Nachkriegszeit ein. Es folgt eine Ölpreiskrise. Schließlich konservativ-liberale Trendwende. Thatcher und Reagan reformieren im Sinne Hayeks. Revitalisierung der Wirtschaft zum Preis wachsender sozialer Gegensätze und hohe Staatsverschuldung. Friedmanns Besuch beim chilenischen Diktator Pinochet 1975 gilt als Sündenfall damaliger Außenpolitik.

„Neoliberal“ als Ausdruck des Unbehagens moderner Gesellschaft während des Falls der Berliner Mauer 1989/90 und dem Ende des Sozialismus. Neoliberalismus als Verantwortlicher der Entwurzelung des Menschen, Arbeiter und Arbeitslose und einem aufkommenden Rechtspopulismus der verunsichert und eine Planbarkeit des Lebens unmöglich macht.

Ab 1990 erhalten rund 1 Mrd. Menschen in China und den Ostblockländern die Chance am globalen Wettbewerb des Westens teilzunehmen. Verbesserung des Hauskreditmarkts unter Präsident Clinton.

Stuttgart 21 Bahnhofsbauten gilt als hervorragendes Beispiel für ein großangelegtes neoliberales Schlüsselprojekt der 2000er. 2008 führt die Finanzkrise vor allem in den USA und den Börsenmärkten zu einem Rechtspopulismus und schließlich zur Wahl des Republikaners D. Trumps nach demokratischer Regierungszeit unter B. Obama.

Heute gilt als neoliberal, wer die Märkte freisetzen will und damit als böse.

Der Soziologe Bourdieu bezeichnet den Neoliberalismus als ein Programm zur Zerstörung kollektiver Strukturen. Als neoliberal verdammt werden Dinge wie die Reformen der Agenda 2010 von Schröder, fragwürdige Rettungspakete für Griechenland sowie das TTIP-Friedensabkommen, das von Trump verhindert wurde.

Der Neoliberalismus ist eine Idee die die Welt verschlingt.

Rechtspopulismus als Folge des Veränderungsstress durch Digitalisierung, Aufstieg Chinas als Handelsmacht durch Billigimporte und Dumping, demographischer Wandel und Migration (Einwanderung).

Neoliberalismus in Europa von Land zu Land verschieden:

In Frankreich Aufstieg des rechtsextremen Front National aufgrund von Industrieniedergang und Ende des Kommunismus. In Italien regiert ein Rechtspopulismus ohne nennenswerte Reformen. Polen als wirtschaftlich erfolgreichster postkommunistischer Staat wird ebenfalls rechtspopulistisch regiert. In BRD zählt die junge AfD für deren Gründung rechtspopulistische Tendenzen verantwortlich waren, nicht zu den Abgehängten der Märkte. In Tschechien (Prag) regiert auch ein prorussischer Rechtspopulismus.

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