Religion des Zoroastrismus im Iran als alte persische Kultur mit Verarbeitung im Nihilismus.

Seit 1548 brennt im Feuertempel der Wüstenstadt Yazd im Iran das „Heilige Feuer“, hinter Glas abgesperrt und versorgt mit Wallnussholz durch Priester. Dieser Feuerkult ist auf die altpersische Religion des Zoroastrismus zurückzuführen die vor 3.000 Jahren von Zarathustra begründet wurde. Ihre Anhänger und vor allem Priester sind in Weiß mit einer weißen Kappe gekleidet. Zentrum des Zoroastrismus ist Yazd. Sie gilt als Schutzort vor einer Verfolgung durch die Muslime. Nach einem Sieg der Araber über das persische Großreich im Jahr 648 kam es zu einer Zwangsislamisierung der Zoroastrier und einer Massenauswanderung nach Indien. 1986 lebten 90.000 Zoroastrier im Iran, heute 2018 nur noch hochgerechnet 7.000.

 

Der Iran ist seit 1979 kraft Verfassung Gottesstaat. Die Zoroastrier sind eine religiöse Minderheit und unter anderem deswegen dem Islam nicht gleichgestellt. Ihre Maxime lautet gut denken, reden und handeln. Dies ist aber leichter gesagt als getan. Es kam zu einer Annäherung an die westliche Lebensart sowie leichte Integrierbarkeit der Religion mit Philosophie-Charakter in den Alltag.

1979 mit dem Sieg der Revolution unter Chomeini und der Hisbollah-Partei im Iran werden die Symbole der alten Perserkultur nach und nach zerstört und die antike Ruinenstadt Persepolis dem Erdboden gleichgemacht. Die antike Bezeichnung für den Iran lautet Land der Arier. Diese beten keine Araber an. Relikte der Zoroastrier fand man in alten Versen persischer Dichter sowie in der Dachma, eine Bezeichnung für die Türme des Schweigens.

Der Zoroastrismus gleicht wie oben angesprochen einer Philosophie mehr als einer Religion mit Vernunft und ethisch basierten Wertesystem. Ihr Schöpfergott ist Ahura Mazda laut ihrer heiligen Schrift genannt Avesta. Kennzeichen des Zoroastrismus sind Religion ohne Dogmen oder Zwang, kaum Vorschriften, Freiwilligkeit als Basis, Jugendliche tragen das Symbol des Faravahar am Halskettchen.

Der Philosoph Nietzsche nahm den Religionsgründer Zarathustra als Protagonist in seine philosophische Kulturtheorie auf. Die berühmte Floskel „Gott ist tot.“. versteht sich als „Gott existiere nicht im Himmel“, sondern in uns Menschen selbst.

2018 wurde in Perth, Australien der 11. Zoroastrische Weltkongress mit einer Grußbotschaft des iranischen Präsidenten Rohani eröffnet. Als Empfehlung für ein erfülltes Leben sah Zarathustra die Meidung von Doppelzüngigkeit und Unreinheiten.

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