Eine Namensaktie ist eine Aktie, die auf den Namen des jeweiligen Aktionärs lautet und im Aktienregister des Unternehmens eingetragen wird. Das bedeutet, dass nicht nur die Anzahl der Aktien, sondern auch der Name und die Adresse des Eigentümers beim Unternehmen bekannt sind.
Das Gegenteil dazu ist die Inhaberaktie, bei der der Eigentümerwechsel einfach durch die Übergabe des Wertpapiers erfolgt und der Name des Eigentümers dem Unternehmen nicht bekannt ist. Du liegst mit deiner Vermutung, dass es etwas mit dem “Namen” eines Menschen zu tun hat, also richtig. Es ist der Name des Aktionärs, der wichtig ist.
Prozentuales Vorkommen von Namensaktien in Deutschland
In Deutschland sind Namensaktien seit der Gesetzesänderung im Jahr 2016 der Standardfall für Aktiengesellschaften. Vorher konnten Unternehmen frei zwischen Inhaber- und Namensaktien wählen. Heute besagt das Gesetz (§ 10 Abs. 1 AktG), dass Aktien Namensaktien sind, es sei denn, es handelt sich um Ausnahmefälle (z.B. wenn das Unternehmen an der Börse gelistet ist und Inhaberaktien ausgibt, oder bei nicht gelisteten Unternehmen, wenn das Recht zur Einzelverbriefung ausgeschlossen und ein Globalzertifikat hinterlegt ist).
Praktisch bedeutet das, dass viele neu gegründete oder umgestellte Aktiengesellschaften Namensaktien haben. Große börsennotierte Unternehmen im DAX sind ebenfalls häufig Namensaktiengesellschaften. Es gibt in Deutschland derzeit 62 Aktiengesellschaften, die Namensaktien ausgeben, wovon 15 im DAX gelistet sind (Stand 2023). Es gibt keine genaue prozentuale Angabe, wie viele der insgesamt gehandelten Aktien in Deutschland Namensaktien sind, aber die Tendenz geht klar zu deren Verbreitung, da sie gesetzlich bevorzugt werden und Unternehmen durch das Aktienregister mehr Transparenz über ihre Aktionäre erhalten.
Prozentuales Vorkommen von Namensaktien weltweit
Weltweit ist die Situation uneinheitlicher. In vielen Ländern, insbesondere im angelsächsischen Raum (USA, Großbritannien), sind Namensaktien (oft als “registered shares” bezeichnet) der Normalfall. In diesen Märkten ist es üblich, dass die Eigentümer von Aktien in einem Register des Unternehmens oder eines Registerführers erfasst werden.
Es gibt keine umfassende Statistik, die den prozentualen Anteil von Namensaktien an allen weltweit gehandelten Aktien genau beziffert. Allerdings ist festzuhalten, dass in den größten Kapitalmärkten wie den USA, wo ein Großteil des globalen Aktienhandels stattfindet, die Registrierung der Aktionäre die gängige Praxis ist. In Asien und Europa gibt es eine Mischung aus Inhaber- und Namensaktien, wobei der Trend, auch aufgrund von Regulierungen zur Geldwäschebekämpfung und zur besseren Corporate Governance, tendenziell in Richtung Namensaktien geht.
Zusammenfassend lässt sich sagen: In Deutschland sind Namensaktien inzwischen der gesetzliche Standard und zunehmend verbreitet. Weltweit sind sie in vielen großen Märkten die Norm, auch wenn es keine genaue globale Prozentzahl gibt.


